Donnerstag, 2. Dezember 2010

World Trade Center // Epilog

Tribute in Light…man sollte meinen in sechs Monaten beruhigt man sich wieder. Vielleicht nach einem tödlichen Unfall. Aber Bella…Bella ging oft zum Tribute in Light. Es war nur für gut einen Monat da. Und so wollte an sie denken. An sie alle. Doch natürlich hatte Bella auch von dem Gerücht Wind bekommen. Sie wollen neue Wolkenkratzer am ehemaligen platz des WTC erbauen. Bis sich das Glück von einst wiederholt. Doch sie merken es nicht. Sie stellen auf taub und ignorieren die fortwährende Gefahr. Als gäbe es so etwas Böses nur einmal und niemand sonst hätte so etwas Schreckliches begangen. Doch eigentlich wusste jeder, in New York und überall, dass es Menschen gab, die zu viel Schlimmeren fähig sind. Aber keiner will es glauben. 
Viele Theorien waren kurz nach dem Terroranschlag aufgekommen. Bella hasste jede einzelne von ihnen. Denn von mal zu mal wurden sie schrecklicher. Am liebsten hätte Bella geschrieen, sie sollten doch alle ihre Klappe halten und einfach trauern. Nicht nur noch mehr Salz in die Wunden der betroffenen Überlebenden schütten.
„Bella..“, nahm sie Edwards raue, aber dennoch samtene Stimme hinter sich wahr. „Komm. Oder willst du lieber nicht…?“ Bella spürte seine warmen Hände auf ihren schmalen Schultern. „Doch. Doch, ich sehe es als meine Pflicht an.“ Bella drehte sich um und wurde von Edwards grünen Augen gefangenen genommen. Es gab keinen Weg seinem Blick zu entweichen.
„Ich auch. Vielleicht wäre es nie so.. hätte es nicht so für sie enden müssen, wenn ich als Letztes gegangen wäre.“ Panisch nahm Bella Edwards Gesicht in die Hände. „So was darfst du nicht denken!“, flüsterte sie eindringlich. Edward nickte langsam. Er nahm ihre Hände von seinem Gesicht, behielt sie aber in den seinen.
„Sie haben sie nie gefunden. Und jetzt wollen sie sie einfach wegschaffen oder was weiß ich, um einen neuen Scheiß-Wolkenkratzer zu erbauen!“, sagte Bella wütend. „Ja.“, stimmte Edward ihr verständnisvoll zu. „Aber lass uns jetzt gehen.“ Leicht zitternd, stumme tränen weinend klammerte Bella sich an Edwards Unterarm.

Die Wunden waren da. Und sie waren unheilbar und tief.

Samstag, 27. November 2010

World Trade Center // Kapitel 9

Alice wusste nicht mehr, was sie dazu geritten hatte, wieder in diese Höllengrube zu gehen. Doch als sie Jasper sah, hatte sie den Grund wieder vor Augen. Er lag leblos auf den Boden. Blut floss aus einer großen Platzwunde an der Schläfe. Ein Brocken von der Wand war hinab gefallen, direkt durch die offene Luke hindurch auf Jasper. „Jasper?“, fragte sie leicht panisch und stürzte zu ihm. Sein Kopf lag bereits in einer kleinen Lache und seine lockigen Haare hatten die Farbe der dicken, roten Flüssigkeit angenommen. „Jasper! Öffne die Augen! Wir müssen hier raus!“ Keine Reaktion. Alice band sich das Sicherungsseil von den Hüften und festigte es um Jasper. „Ziehen Sie ihn hoch!“, brüllte sie hinauf. Alice widerstand dem Drang selbst gerettet zu werden. Ein Ruck durchzuckte das Seil und Jasper verließ langsam den Boden. Er sah wie ein schlafender Engel aus. Ein blutender, schlafender Engel. Dann bemerkte sie, was diese Aktion eigentlich unmöglich machte: Bewusstlos würde Japser nie durch die Öffnung kommen. Sie musste ihn stützen. Aber wie? .. Etwas Hartes traf sie. Ein dumpfer Schmerz breitete sich in Alice’ Kopf aus. Der kleine Brocken ging laut zu Boden. Da kam ein Größerer. Panisch quiekend sprang Alice zur Seite, stieß gegen Jasper und riss ihn zurück zu Boden. Das Seil riss. Alice wollte fluchen, als das Geräusch eines zerbrechenden Spiegels die Luft durchschnitt. Ein großes Stück Wand hatte ihn zerschlagen. Tausende Scherben zierten den Boden. Ein Schrei blieb Alice in der Kehle stecken, als immer mehr Brocken sich von der Wand lösten. Sie spürte, wie einer ihr in den rücken fiel und sie zu Boden brachte, direkt in die Scherben. Und sie spürte auch den Schmerz und das Blut. Das war das Ende. Eine einsame, letzte Träne verließ Alice’ Auge.
~*~
Bella klammerte sich an Edwards Hemd. Wahrscheinlich spürte er schon ihre Nägel in seinem Fleisch. Noch hatte Bella eine solche Angst um jemanden verspürt. Sie hatte alles versucht, um Alice davon abzuhalten. Aber es hatte nicht geklappt. Sie musste mit ansehen, wie die zierliche kleine Alice zurück in den Fahrstuhl ging. Wegen Jasper. Bella nahm war, das Alice’ Stimme dumpf um Schacht widerhallte und die Männer die Männer begannen das Seil hochzuziehen. „Komm, wir verlassen das Gebäude.“, meinte Edward und setzte sich in Bewegung. „Nein.“, kreischte Bella fast hysterisch. „Nicht ohne Alice und Jasper. Woher sollen wir wissen, ob sie auch kommen? Nein, ohne sie geh ich nicht!“, protestierte Bella und stellte sich steif. Sie krallte sich sogar noch mehr an Edward, um ihm zu symbolisieren, wie wichtig ihr das war. Edward strich ihr sacht über den Rücken. Gut, Bella hatte gewonnen, sie würden warten. Da quiekte Alice. Es donnerte im Schacht. Der Spiegel schien zersprungen zu sein. Ängstlich sah Bella zum Schacht. Geröll fiel hinab. Und dann sah Bella nach oben. Nicht nur bei dem Fahrstuhl passierte es. Hysterisch kreischte Bella zerrte an Edward. Und endlich schlossen sie sich den flüchtenden Personen an. Salzige Tränen der Angst und der Verzweiflung stiegen in Bella auf, während sie lief. Doch es waren auf Tränen der Wut. Wut auf Alice, weil sie zurückgegangen war. Wut auf Jasper, weil er nicht aufgepasst hatte, Wut auf sich, weil sie nicht auf Edward gehört hatte und lieber hatte warten wollte. Es herrschte durcheinander in der Empfangshalle alle flohen, kreischten, brüllten, weinten. Und Bella tat es ihnen gleich. Immer größere und schwerere Steine und Wandstücke fielen hinunter. Es ereilte sie das Schicksal, das bereits Tower 2 erlitten hatte. Bella ergriff Edwards Hand. Vor ihnen lag der Ausgang. Doch sie hatten nur noch Sekunden, das wusste jeder in diesem Gebäude.

Freitag, 26. November 2010

World Trade Center // Kapitel 8

Alice wusste nicht mehr, was sie dazu geritten hatte, wieder in diese Höllengrube zu gehen. Doch als sie Jasper sah, hatte sie den Grund wieder vor Augen. Er lag leblos auf den Boden. Blut floss aus einer großen Platzwunde an der Schläfe. Ein Brocken von der Wand war hinab gefallen, direkt durch die offene Luke hindurch auf Jasper. „Jasper?“, fragte sie leicht panisch und stürzte zu ihm. Sein Kopf lag bereits in einer kleinen Lache und seine lockigen Haare hatten die Farbe der dicken, roten Flüssigkeit angenommen. „Jasper! Öffne die Augen! Wir müssen hier raus!“ Keine Reaktion. Alice band sich das Sicherungsseil von den Hüften und festigte es um Jasper. „Ziehen Sie ihn hoch!“, brüllte sie hinauf. Alice widerstand dem Drang selbst gerettet zu werden. Ein Ruck durchzuckte das Seil und Jasper verließ langsam den Boden. Er sah wie ein schlafender Engel aus. Ein blutender, schlafender Engel. Dann bemerkte sie, was diese Aktion eigentlich unmöglich machte: Bewusstlos würde Japser nie durch die Öffnung kommen. Sie musste ihn stützen. Aber wie? .. Etwas Hartes traf sie. Ein dumpfer Schmerz breitete sich in Alice’ Kopf aus. Der kleine Brocken ging laut zu Boden. Da kam ein Größerer. Panisch quiekend sprang Alice zur Seite, stieß gegen Jasper und riss ihn zurück zu Boden. Das Seil riss. Alice wollte fluchen, als das Geräusch eines zerbrechenden Spiegels die Luft durchschnitt. Ein großes Stück Wand hatte ihn zerschlagen. Tausende Scherben zierten den Boden. Ein Schrei blieb Alice in der Kehle stecken, als immer mehr Brocken sich von der Wand lösten. Sie spürte, wie einer ihr in den rücken fiel und sie zu Boden brachte, direkt in die Scherben. Und sie spürte auch den Schmerz und das Blut. Das war das Ende. Eine einsame, letzte Träne verließ Alice’ Auge.
~*~
Bella klammerte sich an Edwards Hemd. Wahrscheinlich spürte er schon ihre Nägel in seinem Fleisch. Noch hatte Bella eine solche Angst um jemanden verspürt. Sie hatte alles versucht, um Alice davon abzuhalten. Aber es hatte nicht geklappt. Sie musste mit ansehen, wie die zierliche kleine Alice zurück in den Fahrstuhl ging. Wegen Jasper. Bella nahm war, das Alice’ Stimme dumpf um Schacht widerhallte und die Männer die Männer begannen das Seil hochzuziehen. „Komm, wir verlassen das Gebäude.“, meinte Edward und setzte sich in Bewegung. „Nein.“, kreischte Bella fast hysterisch. „Nicht ohne Alice und Jasper. Woher sollen wir wissen, ob sie auch kommen? Nein, ohne sie geh ich nicht!“, protestierte Bella und stellte sich steif. Sie krallte sich sogar noch mehr an Edward, um ihm zu symbolisieren, wie wichtig ihr das war. Edward strich ihr sacht über den Rücken. Gut, Bella hatte gewonnen, sie würden warten. Da quiekte Alice. Es donnerte im Schacht. Der Spiegel schien zersprungen zu sein. Ängstlich sah Bella zum Schacht. Geröll fiel hinab. Und dann sah Bella nach oben. Nicht nur bei dem Fahrstuhl passierte es. Hysterisch kreischte Bella zerrte an Edward. Und endlich schlossen sie sich den flüchtenden Personen an. Salzige Tränen der Angst und der Verzweiflung stiegen in Bella auf, während sie lief. Doch es waren auf Tränen der Wut. Wut auf Alice, weil sie zurückgegangen war. Wut auf Jasper, weil er nicht aufgepasst hatte, Wut auf sich, weil sie nicht auf Edward gehört hatte und lieber hatte warten wollte. Es herrschte durcheinander in der Empfangshalle alle flohen, kreischten, brüllten, weinten. Und Bella tat es ihnen gleich. Immer größere und schwerere Steine und Wandstücke fielen hinunter. Es ereilte sie das Schicksal, das bereits Tower 2 erlitten hatte. Bella ergriff Edwards Hand. Vor ihnen lag der Ausgang. Doch sie hatten nur noch Sekunden, das wusste jeder in diesem Gebäude.

World Trade Center // Kapitel 7

„Hallo!“, rief Jasper hoffnungsvoll zurück. Erleichtertes Aufatmen war von einer geöffneten Tür zu hören. „Jungs, wir haben sie!“ Alice öffnete ungläubig die Augen, sie glaubte das ganze wäre surreal und sie würde es träumen. Sie glaubte, sie wäre bereits gestorben, und sie sähe nur eine Version von: Wie es hätte enden können. Doch dann sah sie in Jasper Augen, welche neue Hoffnung schöpften und sie wusste es war wahr. Glitzernde Tränen der Freude rollten seicht ihre Wangen hinab. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Sie würde Cynthia wieder sehen. Ihre Eltern. In diesem Moment wusste Alice, wie wichtig ihr das alles war. Sie wollte es nie wieder missen und immer da sein. Es war, als würde eine schwere Last von Alice’ Schultern fallen. Sie fühlte sich frei und lebendig, am liebsten wäre sie umher gesprungen, hätte gejubelt und wäre jedem um den Hals gefallen. Ja, so glücklich war sie in diesem Moment. Alice legte den Kopf in den Nacken und ließ den flüssigen Perlen freien Lauf. „Wir lassen jetzt ein Seil runter, das werdet ihr euch umbinden und dann ziehen wir euch hoch.“, rief der Feuerwehrmann sachlich hinab. Seine Worte drangen in Echos zu ihnen. „Wer geht zuerst?“, fragte Bella und fuhr sich hektisch durchs Haar. Edward sah jeden einmal an. Eines stand fest: Alice wollte nicht die Letzte sein. Sie hatte Angst davor. Denn trotz der Erleichterung, dass sie gefunden worden waren, blieb die Furcht vor der schrecklichen Wendung. „Alice, du gehst zu erst. Dann du Bella. Jasper, dann ich.“, eröffnete Edward. Alice viel ein Stein vom Herzen. Jasper legte seine Stirn in Falten. „Ich sollte als Letzter gehen.“, meinte er. Edward schüttelte energisch den Kopf. Doch ehe sie weiter darüber diskutieren konnten, wer als Letzter ging, kam ein Seil von oben. Jasper nickte Alice milde lächelnd und zuversichtlich zu. Sie erwiderte sein Lächeln und griff nach dem Seil. Jasper half ihr, es fest um die Hüfte zu binden. „Sie ist soweit.“, brüllte er hoch und sofort wurde das Seil straff gezogen. Alice fühlte einen Ruck und langsam verließen ihre Füße den Boden. Schleppend wurde sie hochgezogen. An der Öffnung im Fahrstuhldach musste sie aufpassen. Jetzt waren es nur noch zehn Meter. „Nehmen Sie meine hand.“, sagte ein freundlicher Mann mit Oberlippenbart. Er hielt ihr die Hand hin und Alice ergriff sie, vor Freude zitternd. Draußen. In Sicherheit. Glücklich stellte sie fest, dass sie sich in der Eingangshalle befand. Aber etwas stimmt nicht. Die Menschen verließen immer mehr kreischend und panisch werdender das Gebäude. Sie schienen etwas zu ahnen. Alice war versucht sich ihnen anzuschließen, aber sie konnte nicht. Sie musste wissen, dass es Jasper auch gut ging. Die Feuerwehrmänner, sie waren fünf, wie Alice nun erst auffiel, zogen bereits die nächste raus. Bella. Schnaufend kam sie auf die Beine. Alice lief zu ihr und stützte sie. „Jetzt kommen wir hier raus, Bella.“, flüsterte Alice und konnte erneute Tränen nicht meiden. „Alice, wir sind bereits draußen.“, erwiderte Bella trocken, aber sie lächelte leicht. Dann hörten sie, wie ihre Retter schnauften. Sie holten also gerade einen der Jungs raus. Alice hoffte es sei Jasper, dann konnten sie gehen. Doch Alice wurde enttäuscht. Sicher, sie freute sich, dass auch Edward draußen war, aber sie wollte Jasper bei sich haben. Plötzlich hörte sie, wie ein großer Stein dumpf etwas zu Boden schluck. „Jasper?“, rief sie leicht panisch und stürzte sich zurück zum Aufzug. „Jasper!“ Sie fühlte eine hand um ihren Arm. „Verlassen Sie das Gebäude, jemand von uns wird runtergehen und ihn holen.“ Energisch schüttelte Alice den Kopf. „Nein. Ich geh nicht, wenn er noch in dieser Höllengrube ist.“, protestierte sie. „Los, seilen Sie mich ab.“ Der Feuerwehrmann sah sie warnend an und wollte gerade etwas sagen, doch Alice wollte es nicht hören. Selbstsicher sagte sie: „Ich hol ihn da raus.“

World Trade Center // Kapitel 6

Mit einem lauten Aufprall kam der Fahrstuhl zum Stehen. Jasper warf einen verzweifelten Blick durch das Loch in dem Fahrstuhldach. Die letzten Schrauben hatten ich gelöst und die Luke fehlte. Sie mussten tief gefallen sein. Jasper nahm an, dass sie Keller, vielleicht auch etwas höher waren. Aber irgendwo hatte der Fahrstuhl ja sein Ende. Er dachte nu kurz darüber nach, aber im Gründe bot er Alice nur Halt und sie ihm. Und so war es richtig. Langsam, vor Angst und Schreck zitternd ließ Alice Jasper los und sackte auf dem Boden zusammen. Sie rollte sich auf den Rücken ab und streckte Arme und Beine von sich. Edward und Bella, die bisher nur aneinander geklammert dagestanden hatten, breiten sich aus der verkrampften Umarmung der Furcht und musterten Alice. „Was…“, Bellas belegte Stimme brach. Sie setzte noch mal an:  „Was machst du da?“ Alice sah zu der hübschen Brünetten auf. „Als meine Schwester und ich einmal in London waren sind wir in ein Gruselkabinett gegangen. Das hatte auch einen Fahrstuhl. Es gab einen Stromausfall…und Cynthia machte genau das. Ich weiß nicht wieso sie es tat. Aber es half ihr die Ruhe zu bewahren. Und jetzt fühle ich mich ihr auf diese Weise verbunden. Es ist etwas, was sie getan hätte und…“, Alice wurde immer leiser und letztendlich erstickte sie ihre orte in Tränen. Hilfe suchend streckte sie ihre Arme aus. Jasper ergriff ihre Hände und zog sie erneut zu sich. „Hm…ich bin ein Einzelkind.“, meinte Bella und lehnte sich an die Wand. Die Arme verschränkte sie vor der Brust. Anscheinend versuchte Bella das, was sie alle auch taten: Die Gefühle hinter einer lässigen  Maske zu verstecken. Doch immer wieder schien das Wahre durch. „Ich finde wir sollten über Positives reden. Das lenkt uns von diesen trübsinnigen Gedanken ab.“, murmelte sie auf Edwards Füße starrend. Offensichtlich wollte Bella Blickkontakt vermeiden, damit man ihre Verletzlichkeit in diesem Moment nicht sah. Zitternd atmete sie aus. Das machte ihren wirklichen Zustand merkbar. „Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen. Jeder kannte jeden. Ich bin über die Straße gegangen und jemand ruft „Hey, Bella!“. Einfach so „Hey, Bella!“. Und man erwidert den Gruß. Und man wundert sich nicht, dass er Gegenüber deinen Namen weiß. In so einer Stadt bin ich aufgewachsen. Seit ich 14 war hegte ich den Traum an die NYU zu kommen. Aber ich musste dafür raus aus Forks. Alles hat seinen Preis. Doch es war auch befreiend. Ich fand Freunde und verliebte mich. Er lud mich zu einem Picknick in den Central Park ein. Es war der glücklichste Tag in meinem Leben, wir waren bereits ein Jahr zusammen. Unser Jubiläum. Auf der Rückfahrt hatten wir so viel Spaß. Bis ein Auto aus der Seitenstraße kam. Nach…“, Bella brach ab und sah jeden an. „War wohl doch keine gute Idee…“, murmelte sie, aber Edward ging zu ihr und legte einen Arm um sie. „Rede ruhig weiter, wir hören zu.“ Bela atmete ruhig, hörte aber auf Edward und setzte ihre Erzählung fort: „Nach dem Unfall war ich zwei Monate leblos. Ich hatte mein Studium unterbrochen. Er ist gestorben…ich…ich konnte nicht mehr. In der NYU waren all unsere Erinnerungen. Nach diesen zwei Monaten wechselte ich auf eine andere Uni und fing hier an zu arbeiten. Aber hätte ich…“ „Shh.“, unterbrach Edward sie sanft. Bella lehnte sich an ihn und wimmerte leise. Wohl eher wegen den Erinnerungen, das wusste Jasper. Bella war eine starke Frau. Es mussten schlimme Dinge passiert sein, dessen war Jasper sich bewusst. Er hatte in der Regel eine gute Menschenkenntnis. Edward und Bella standen da und hielten sich. Blech wurde beiseite gestoßen. Ein Echo hallte im leeren Schacht wieder. „Hallo?“, rief eine tiefe Männerstimme von oben. Die Rettung?

World Trade Center // Kapitel 5

„Was war das?“, brüllte Alice laut und panisch, während sie sich an Jaspers Jackett klammerte. Das Krachen übertönte alles. Es kam eindeutig von draußen und war nicht im Gebäude. Dennoch schluchzte Alice panisch: „Das war bestimmt noch ein Flugzeug! Jetzt ist es vorbei!“ Jasper murmelte irgendwelche Worte in Alice’ kurzes Haar und strich ihr rhythmisch über den Rücken. Edward schlug seinen Kopf immer wieder hart an die Wand, als wollte er böse Stimmen in seinem Kopf, oder das Nerven zerreißende Geräusch draußen verdrängen wollen. Bella verstand das. Ihr ging es genau so. Denn nicht nur sie hatten dieses Leid. Jeder über dem Flugzeug hatte sehr niedrige Überlebenschancen. Edward schien sich  zu besinnen und wandte sich an Bella, sie war die einzige Ansprechpartnerin, denn Alice weinte ununterbrochen und Jasper schien Alice ernsthaft Trost spenden zu wollen. „Bella, könnten wir noch einmal versuchen Empfang zu kriegen? Gehst du auf meine Schultern?“, fragte er sie. Bella sah ihn an und erkannt ein hoffnungsvolles Funkeln in seinen Augen, was sie wohl alle haben mussten, vielleicht aber auch nur versteckt. „Klar“, meinte Bella bemüht ruhig und ging auf Edward zu. Er ging in die Knie und reichte ihr sein Handy. „Okay…“, stieß Bella angespannt hervor und suchte nach Empfang. „…09:59 Uhr…Südturm…vor Nordturm eingestürzt…Wettlauf mit der Zeit...Feuerwehr…“, erklang die abgehackte Stimme es Sprechers aus dem Handy. „Edward, geh ein Stück mehr in die Ecke!“, kommandierte Bella streng. Edward gehorchte, sie waren alle aufgescheucht. „Die Frage, die sich nun alle stellen ist: Wie viel Zeit bleibt Tower 1 noch?“ Bella ließ das Handy los und es fiel laut zu Boden. Der Akku fiel heraus, aber das war allen egal. Alice war nicht mehr auf zu halten, alles Flüssige strömte über ihr Gesicht. Edward hob Bella von seinen Schultern und drückte sie and sich. Sie spürte seine feuchten Wangen auf ihrer Kopfhaut. Auch er hatte leise Tränen vergossen und tat es womöglich immer noch. Langsam entferne Edward sich. Minuten waren vergangen. „Wenigsten sind wir hier nicht allein.“, meinte er missmutig und ging ein paar Schritte zurück, bis er wieder de kühle Wand an seinem Rücken spüren konnte. „Edward…Sie werden uns nicht finden, oder? Die Wahrscheinlichkeit ist zu niedrig. Wir…“, Bella wurde erneut unterbrochen. Etwas ist laut. Alle sahen hoch, durch die immer noch geöffnete Luke. Doch da war es schon zu spät. Die letzen Kabel und eile hatten sich losgerissen und sie stürzten hinab. Jeder kreischte, jeder hatte Angst. Doch die Schwerkraft hielt sie noch seicht am Boden. Und sie hielten sich untereinander fest. Jasper und Alice und Edward und Bella. Ella war froh, ihn zu haben. Nur diesen Moment. Jemand, der sie wirklich zu verstehen schien und ihre Handlungen verstand. Auch wenn sie sterben würden. Sie würden nicht allein sein.

World Trade Center // Kapitel 4

Bella lehnte sich gegen die Fahrstuhlwand. Jasper beobachtete sie schon eine Weile. Dann schweifte sein Blick zu Alice. Sie betätigte immer wieder im Wechsel den Schalter für den Notruf und den Knopf für das Erdgeschoss. Das Drücken der Knöpfe hallte in der bedrückenden Stille wieder. Eine nie endende Schleife des nervenden Geräusches breitete sich in Jaspers Kopf aus. Es schien überall zu sein. Er fühlte sich wie ein Irrer. Bedrückt von der Stille. Eingeengt durch den kleinen Raum und Sauerstoff arm, durch die anderen drei. Er explodierte. „Verdammt noch mal! Hör auf! Das bringt doch nichts. Wir haben keinen Empfang, der Fahrstuhl ist betriebsunfähig. Was du da machst ist sinnlos und lässt die Spannung nur wachsen. Wir warten alle auf den Tod. Und du machst es damit sicher nicht besser!“ Alice fuhr herum. Tränen der Wut und der Verzweiflung glitzerten in ihren grauen Augen. Sie wandte den blick ab und sackte an der Fahrstuhltür zusammen. „Als ich hier rein kam habe ich meiner kleinen Schwester noch eine SMS geschrieben. Ich hab mich so gefreut. Endlich in New York, endlich im Sagen um wogenden World Trade Center. Ich hab so angegeben. Eine Studienreise nach New York. Das bekommt man nicht so leicht. Cynthia hat geweint, as ich ging. Ich weiß noch, als ich sie zum ersten Mal sah. Im Krankenhaus roch es so steril, ich musste mir die Hände desinfiziere, aber das war es wert. Ich liebe meine Schwester so, sie ist meine beste Freundin. Und du…!“, Alice wurde so laut, dass Jasper Angst vor dem kleinen zierlichen Wesen bekam, das sich gerade drohend vor ihm aufbaute. „Du willst mir jetzt wirklich verbieten, die letzte Möglichkeit zu nutzen hier raus und zurück zu ihr zu kommen? Das ist so mies von dir. Hattest du nicht selbst einen Bruder und…“, Alice brach  ab. Jasper konnte nicht mehr richtig atmen. Die Erinnerungen waren wieder frisch wie am ersten Tag. Sein Bruder. Darren. Vielleicht  würde er ihn wieder sehen, wenn es jetzt und hier starb? Jasper hatte immer geglaubt, Tränen würden die Männlichkeit ruinieren, dass hatte sein Vater ihm eingebläut. R sollte immer kalt wirken, dann kann einem niemand Schmerzen zu fügen. Also hatte Jasper damals nicht geweint. Doch jetzt liefen die stummen Tränen rasant und brennend seine Wangen hinunter. Alice presste die Lippen zusammen und sah mitleidig aus. „Es tut mir leid, das wollte ich nicht…“, brachte sie völlig fertig und überfordert hervor. Aber fertig waren sie alle. Ihre Nerven waren am Ende. Auf engsten Raum eingesperrt zu sein war wahrlich noch nie ein Vergnügen. Aber unter diesen Umständen…das sorgte bei jedem für einen Kurzschluss. Alice streckte die Hand aus um Jasper zu trösten, aber er schlug sie grob weg. Sie war doch der Grund für den neu auflodernden Schmerz, sie sollte ihn nicht trösten. Sie durfte es nicht. Das war nicht richtig, denn sie hatte doch die schlimmen Erinnerungen zurückgeholt, als wäre es vor wenigen Minuten erst geschehen. Da merkte Jasper, das er sic eine weitere Norm von seinem Vater hat eingeprägt. Und auch diese war falsch, wie so vieles, was sein Vater ihm immer wieder beigebracht hatte. Alice wollte sich entschuldigen, und Jasper war auch nicht nett gewesen. Er sah von seinen Schuhen auf und ging auf Alice zu, um sie in de Arm zu nehmen, und es zuzulassen. Zuzulassen, dass sie ihm Trost spendete, und einen Teil des verdrängten Kummers beiseite wischte. Und Alice war für ihn da. Sie hielt ihn, war sein Halt. Und nur für eine Minute fühlte Jasper sich geborgen. Er war zu Hause, bei einer Person die ihn verstand. Edward schaute trüb lächelnd zu den beiden hinüber. „Ich habe auch eine Schwester. Eine Zwillingsschwester, um genau zu sein. Rosalie. Sie wollte heute mit mir Essen. Aber ich wollte lieber zu diesem beklopptem Meeting. Ich…“, leise brach Edward ab, seufzte und starrte an die immer noch geöffnete Luke. „Wie eine Entscheidung doch das Leben verändern kann.“, murmelte Bella und ungewollt waren alle Augen auf sie gerichtete. Sie öffnete de Mund, um ihre Worte raus zu lassen, als ein lauter, langwieriger Knall zu ihnen durchdrang.