„Hallo!“, rief Jasper hoffnungsvoll zurück. Erleichtertes Aufatmen war von einer geöffneten Tür zu hören. „Jungs, wir haben sie!“ Alice öffnete ungläubig die Augen, sie glaubte das ganze wäre surreal und sie würde es träumen. Sie glaubte, sie wäre bereits gestorben, und sie sähe nur eine Version von: Wie es hätte enden können. Doch dann sah sie in Jasper Augen, welche neue Hoffnung schöpften und sie wusste es war wahr. Glitzernde Tränen der Freude rollten seicht ihre Wangen hinab. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Sie würde Cynthia wieder sehen. Ihre Eltern. In diesem Moment wusste Alice, wie wichtig ihr das alles war. Sie wollte es nie wieder missen und immer da sein. Es war, als würde eine schwere Last von Alice’ Schultern fallen. Sie fühlte sich frei und lebendig, am liebsten wäre sie umher gesprungen, hätte gejubelt und wäre jedem um den Hals gefallen. Ja, so glücklich war sie in diesem Moment. Alice legte den Kopf in den Nacken und ließ den flüssigen Perlen freien Lauf. „Wir lassen jetzt ein Seil runter, das werdet ihr euch umbinden und dann ziehen wir euch hoch.“, rief der Feuerwehrmann sachlich hinab. Seine Worte drangen in Echos zu ihnen. „Wer geht zuerst?“, fragte Bella und fuhr sich hektisch durchs Haar. Edward sah jeden einmal an. Eines stand fest: Alice wollte nicht die Letzte sein. Sie hatte Angst davor. Denn trotz der Erleichterung, dass sie gefunden worden waren, blieb die Furcht vor der schrecklichen Wendung. „Alice, du gehst zu erst. Dann du Bella. Jasper, dann ich.“, eröffnete Edward. Alice viel ein Stein vom Herzen. Jasper legte seine Stirn in Falten. „Ich sollte als Letzter gehen.“, meinte er. Edward schüttelte energisch den Kopf. Doch ehe sie weiter darüber diskutieren konnten, wer als Letzter ging, kam ein Seil von oben. Jasper nickte Alice milde lächelnd und zuversichtlich zu. Sie erwiderte sein Lächeln und griff nach dem Seil. Jasper half ihr, es fest um die Hüfte zu binden. „Sie ist soweit.“, brüllte er hoch und sofort wurde das Seil straff gezogen. Alice fühlte einen Ruck und langsam verließen ihre Füße den Boden. Schleppend wurde sie hochgezogen. An der Öffnung im Fahrstuhldach musste sie aufpassen. Jetzt waren es nur noch zehn Meter. „Nehmen Sie meine hand.“, sagte ein freundlicher Mann mit Oberlippenbart. Er hielt ihr die Hand hin und Alice ergriff sie, vor Freude zitternd. Draußen. In Sicherheit. Glücklich stellte sie fest, dass sie sich in der Eingangshalle befand. Aber etwas stimmt nicht. Die Menschen verließen immer mehr kreischend und panisch werdender das Gebäude. Sie schienen etwas zu ahnen. Alice war versucht sich ihnen anzuschließen, aber sie konnte nicht. Sie musste wissen, dass es Jasper auch gut ging. Die Feuerwehrmänner, sie waren fünf, wie Alice nun erst auffiel, zogen bereits die nächste raus. Bella. Schnaufend kam sie auf die Beine. Alice lief zu ihr und stützte sie. „Jetzt kommen wir hier raus, Bella.“, flüsterte Alice und konnte erneute Tränen nicht meiden. „Alice, wir sind bereits draußen.“, erwiderte Bella trocken, aber sie lächelte leicht. Dann hörten sie, wie ihre Retter schnauften. Sie holten also gerade einen der Jungs raus. Alice hoffte es sei Jasper, dann konnten sie gehen. Doch Alice wurde enttäuscht. Sicher, sie freute sich, dass auch Edward draußen war, aber sie wollte Jasper bei sich haben. Plötzlich hörte sie, wie ein großer Stein dumpf etwas zu Boden schluck. „Jasper?“, rief sie leicht panisch und stürzte sich zurück zum Aufzug. „Jasper!“ Sie fühlte eine hand um ihren Arm. „Verlassen Sie das Gebäude, jemand von uns wird runtergehen und ihn holen.“ Energisch schüttelte Alice den Kopf. „Nein. Ich geh nicht, wenn er noch in dieser Höllengrube ist.“, protestierte sie. „Los, seilen Sie mich ab.“ Der Feuerwehrmann sah sie warnend an und wollte gerade etwas sagen, doch Alice wollte es nicht hören. Selbstsicher sagte sie: „Ich hol ihn da raus.“
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