Alice wusste nicht mehr, was sie dazu geritten hatte, wieder in diese Höllengrube zu gehen. Doch als sie Jasper sah, hatte sie den Grund wieder vor Augen. Er lag leblos auf den Boden. Blut floss aus einer großen Platzwunde an der Schläfe. Ein Brocken von der Wand war hinab gefallen, direkt durch die offene Luke hindurch auf Jasper. „Jasper?“, fragte sie leicht panisch und stürzte zu ihm. Sein Kopf lag bereits in einer kleinen Lache und seine lockigen Haare hatten die Farbe der dicken, roten Flüssigkeit angenommen. „Jasper! Öffne die Augen! Wir müssen hier raus!“ Keine Reaktion. Alice band sich das Sicherungsseil von den Hüften und festigte es um Jasper. „Ziehen Sie ihn hoch!“, brüllte sie hinauf. Alice widerstand dem Drang selbst gerettet zu werden. Ein Ruck durchzuckte das Seil und Jasper verließ langsam den Boden. Er sah wie ein schlafender Engel aus. Ein blutender, schlafender Engel. Dann bemerkte sie, was diese Aktion eigentlich unmöglich machte: Bewusstlos würde Japser nie durch die Öffnung kommen. Sie musste ihn stützen. Aber wie? .. Etwas Hartes traf sie. Ein dumpfer Schmerz breitete sich in Alice’ Kopf aus. Der kleine Brocken ging laut zu Boden. Da kam ein Größerer. Panisch quiekend sprang Alice zur Seite, stieß gegen Jasper und riss ihn zurück zu Boden. Das Seil riss. Alice wollte fluchen, als das Geräusch eines zerbrechenden Spiegels die Luft durchschnitt. Ein großes Stück Wand hatte ihn zerschlagen. Tausende Scherben zierten den Boden. Ein Schrei blieb Alice in der Kehle stecken, als immer mehr Brocken sich von der Wand lösten. Sie spürte, wie einer ihr in den rücken fiel und sie zu Boden brachte, direkt in die Scherben. Und sie spürte auch den Schmerz und das Blut. Das war das Ende. Eine einsame, letzte Träne verließ Alice’ Auge.
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Bella klammerte sich an Edwards Hemd. Wahrscheinlich spürte er schon ihre Nägel in seinem Fleisch. Noch hatte Bella eine solche Angst um jemanden verspürt. Sie hatte alles versucht, um Alice davon abzuhalten. Aber es hatte nicht geklappt. Sie musste mit ansehen, wie die zierliche kleine Alice zurück in den Fahrstuhl ging. Wegen Jasper. Bella nahm war, das Alice’ Stimme dumpf um Schacht widerhallte und die Männer die Männer begannen das Seil hochzuziehen. „Komm, wir verlassen das Gebäude.“, meinte Edward und setzte sich in Bewegung. „Nein.“, kreischte Bella fast hysterisch. „Nicht ohne Alice und Jasper. Woher sollen wir wissen, ob sie auch kommen? Nein, ohne sie geh ich nicht!“, protestierte Bella und stellte sich steif. Sie krallte sich sogar noch mehr an Edward, um ihm zu symbolisieren, wie wichtig ihr das war. Edward strich ihr sacht über den Rücken. Gut, Bella hatte gewonnen, sie würden warten. Da quiekte Alice. Es donnerte im Schacht. Der Spiegel schien zersprungen zu sein. Ängstlich sah Bella zum Schacht. Geröll fiel hinab. Und dann sah Bella nach oben. Nicht nur bei dem Fahrstuhl passierte es. Hysterisch kreischte Bella zerrte an Edward. Und endlich schlossen sie sich den flüchtenden Personen an. Salzige Tränen der Angst und der Verzweiflung stiegen in Bella auf, während sie lief. Doch es waren auf Tränen der Wut. Wut auf Alice, weil sie zurückgegangen war. Wut auf Jasper, weil er nicht aufgepasst hatte, Wut auf sich, weil sie nicht auf Edward gehört hatte und lieber hatte warten wollte. Es herrschte durcheinander in der Empfangshalle alle flohen, kreischten, brüllten, weinten. Und Bella tat es ihnen gleich. Immer größere und schwerere Steine und Wandstücke fielen hinunter. Es ereilte sie das Schicksal, das bereits Tower 2 erlitten hatte. Bella ergriff Edwards Hand. Vor ihnen lag der Ausgang. Doch sie hatten nur noch Sekunden, das wusste jeder in diesem Gebäude.