Alles drehte sich in Alice’ Kopf. Mal sah sie Cynthia, mal ihre Mom oder ihren Dad. Sie konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Alles war so wirr und undeutlich. Sie rechnete jede Sekunde mit dem Tod und wurde bereits so paranoid, dass sie dachte er würde sie in diesem Moment beobachten und sich überlegen wen er als erstes zu sich holen würde. „Sh…Alice, alles ist gut. Uns ist noch nichts passiert.“, versuchte Jasper sie zu beruhigen. Aber ohne Erfolg. Stattdessen schluchzte Alice erneut gequält auf. „Noch, aber früher oder später…“, ihr versagte die Stimme und sie verbarg ihr Gesicht an Jaspers Brust. Edward sah auf die beiden hinab. Er schien zu überlegen. „Vielleicht…“, überlegte er laut. Die Brünette drehte sich zu ihm. Erst jetzt fiel Alice auf, dass nur sie noch nicht ihren Namen genannt hatte. „Was willst du sagen, Edward?“, erkundigte sich Jasper. Zuerst erschien es Alice so, als könnten sich die Beiden nicht leiden, aber jetzt redete Jasper schon beinahe kumpelhaft mit Edward. „Vielleicht könnten wir ja den die Luke da oben öffnen. Dann wären wir im Schacht und könnten an der Leiter hoch.“ Die braun Haarige legte den Kopf schief. „Welche Leiter?“, fragte sie Edward. „Mein Dad hat Baupläne. Für mein Studium habe ich sie mir mal genauer angesehen.“, gab Edward Auskunft und begann die Luke am oberen ende des Auszugs zu mustern. Die namenlose Brünette nickte, aber davon nahm anscheinend niemand außer Alice Notiz. „Ich versuch es.“, sagte die brünette entschloss und sah zu Edward auf. „Was versuchst du?“, fragte er verwundert nach. „Ich werde versuchen die Luke zu öffnen, nimmst du mich auf deine Schultern?“ Alice zog die Augenbrauen zusammen. Meinte sie das Ernst? „Klar. Einen Versuch wäre es zu mindest wert.“ Sie nickte und setzte sich umständlich auf Edwards Schultern. Es sah ziemlich lustig aus und Alice war so mit Adrenalin und sonstigen Hormonen zugepumpt, dass sie sogar ein wenig lächelte. „Ich bin übrigens Bella.“, sagte sie als sie ihre Hände nach der Luke ausstreckte. Bella…Alice dachte kurz nach. Wie sie wohl ganz hieß? Nur Bella? Oben an der Luke versuchte Bella eine Öffnungsmöglichkeit zu finden. Manchmal stöhnte sie leise, manchmal fluchte sie. Doch dann machte sie das beste Geräusch, dass sie machen konnte. Sie jubelte. „Ich hab’s. Ich hab’s geschafft!“ Hoffnung. Alle atmeten auf. War das ihre Rettung? Würden sie es raus schaffen? Bella drückte gegen die Metallplatte und sie schwang nach oben hin auf. Es knallte, als sie gegen das Fahrstuhldach stieß. Bella seufzte glücklich. „Edward? Kann ich mich auf deine Schultern stellen? Vielleicht komm ich dann ja raus?“, schlug Bella vor. Aber Jasper schaute skeptisch durch die Öffnung. „Bella, kannst du mal nachsehen, wo die nächste Tür ist?“, fragte er und versuchte selbst einen Blick zu erhaschen. Alice beobachtete ihn fasziniert. Er legte seine Stirn in Falten. Bella wirkte nervös und unsicher. Was war da oben? „Ähm…“, begann bella zögernd. „Was ist da, Bella?“, fragte Edward sanft und Alice bewunderte ihn dafür, wie ruhig er blieb. Oder wie ruhig er wirkte. Denn sie war sich sicher, dass er innerlich so aufgewühlt war, wie der Rest von ihnen. „Der nächst gelegen Eingang ist unter uns. Über uns ist einer…aber…“, Bella wurde immer leiser und dann versagte ihr die Stimme endgültig. Jasper fuhr für sie fort: „Aber da oben brennt es, das sieht man sogar von hier. Und selbst wenn wir da raus könnten, einer würde zurück bleiben.“ Alice sah ihn überrascht an. Er sagte es so kalt, als würde es ihn nichts angehen. Dabei betraf es ihn ebenso wie die anderen. „Es wird niemand kommen.“, schluchzte Alice leise. Sie hatte wieder jede Hoffnung aufgegeben und weinte still in ihre Handflächen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen